Veröffentlicht am 8. Oktober 2026
Uni oder Fachhochschule: Zahlen und Fristen für den Studienstart in Österreich
Wie sich Universität und Fachhochschule in Österreich unterscheiden, was die aktuellen Studierendenzahlen zeigen und welche Fristen du kennen solltest.
Im Wintersemester 2025/26 waren an Österreichs Hochschulen 407.485 Studierende eingeschrieben, so viele wie noch nie. Das hat Statistik Austria veröffentlicht. Gegenüber 2024/25 ist das ein Plus von 1,9 Prozent. Wenn du jetzt überlegst, was du nach der Matura machst, bist du also in großer Gesellschaft. Dieser Beitrag legt die wichtigsten Zahlen nebeneinander und erklärt, worin sich Universität und Fachhochschule im Alltag unterscheiden.
Wo die Studierenden sind
Im Studienjahr 2024/25 gab es laut Statistik Austria knapp 355.000 ordentliche Studierende, ein Plus von rund 1,5 Prozent und ein Allzeithoch. Davon entfielen knapp 265.000 auf die öffentlichen Universitäten, knapp 61.000 auf die Fachhochschulen und knapp 22.200 auf Lehramtsstudien an den Pädagogischen Hochschulen. Die Privathochschulen, meist Privatuniversitäten, kamen auf 21.400 und waren der einzige Sektor mit einem leichten Minus von rund 100 Studierenden. Berichte dazu findest du bei news.ORF.at.
Im Wintersemester 2025/26 wuchsen vor allem die Fachhochschulen mit 6,5 Prozent und die Pädagogischen Hochschulen mit 4,6 Prozent mehr ordentlichen Studierenden. An den öffentlichen Universitäten waren es 2,1 Prozent mehr, an den Privathochschulen und theologischen Lehranstalten 1,3 Prozent. Besonders stark zulegen konnten die Masterstudien an den Pädagogischen Hochschulen mit 14,6 Prozent sowie die Bachelorstudien an den Fachhochschulen mit 7,3 Prozent.
Auch bei den Abschlüssen gab es einen Rekord: 62.850 ordentliche Studien wurden im Studienjahr 2024/25 abgeschlossen, um 3,9 Prozent mehr als im Jahr davor. 57 Prozent dieser Abschlüsse entfielen auf Frauen.
Wer welchen Abschluss vergibt
Von den 34.411 Bachelorabschlüssen des Studienjahres 2024/25 kamen 53 Prozent von öffentlichen Universitäten und 33 Prozent von Fachhochschulen. Pädagogische Hochschulen stellten 8 Prozent, Privathochschulen 5 Prozent. Bei den 21.989 Masterabschlüssen lag der Anteil der öffentlichen Universitäten bei 60 Prozent, der Fachhochschulen bei 27 Prozent, der Pädagogischen Hochschulen bei 6 Prozent und der Privathochschulen bei 7 Prozent.
Die 3.883 Diplomstudien, zu denen auch Medizin zählt, wurden zu 93 Prozent an öffentlichen Universitäten abgeschlossen. Wenn dein Berufswunsch ein Diplomstudium voraussetzt, ist die Entscheidung für den Hochschultyp damit praktisch gefallen.
Ein Blick auf die Fächer: An den öffentlichen Universitäten waren 2024/25 laut Statistik Austria die Geisteswissenschaften die Fachgruppe mit den meisten belegten Studien, gefolgt von den technischen Studiengängen und den Naturwissenschaften. Bei den Abschlüssen lagen 2022/23 die Naturwissenschaften vorn, danach kamen die Geisteswissenschaften und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Wer viel belegt, schließt also nicht in derselben Reihenfolge ab. Die Daten stehen bei Statista, die genauen Zahlen sind dort allerdings kostenpflichtig.
Was eine Fachhochschule anders macht
Ein FH-Studium ist stärker durchorganisiert als ein Universitätsstudium. Der Studienplan ist fix, in den meisten Lehrveranstaltungen gilt Anwesenheitspflicht, und du wirst in Kleingruppen betreut. Um einen Laborplatz musst du dich nicht selbst bemühen. Ein Bachelor dauert an der FH in der Regel 6 Semester, ein Master 4 Semester.
An der Uni gibt es dagegen in größeren Studienrichtungen Lehrveranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmenden, während FH-Klassen meist rund 30 Personen umfassen. Die Universität legt den Schwerpunkt auf Wissenschaft, die FH auf Praxis. Der Aufbau einer FH erinnert stark an die Schule, was manchen den Einstieg erleichtert und anderen zu eng ist. An der Uni musst du mehr selbst organisieren und hast dafür mehr Freiheit, wie du dein Studium zeitlich aufbaust.
Bei den Berufschancen zeigt eine Befragung von Führungskräften österreichischer Unternehmen aus dem Jahr 2019 keinen Unterschied: Absolventinnen und Absolventen von FH und Uni haben gleiche Chancen und verdienen mit gleichem Abschluss gleich viel. Beim Berufseinstieg sind den Unternehmen FH-Absolventen allerdings oft lieber. Mehr dazu steht im Study Guide der Fachhochschulen.
Was es kostet
An den meisten Fachhochschulen fällt ein Studienbeitrag an. Er liegt bei rund 363 Euro pro Semester, die HWG Wien nennt 363,36 Euro. Dazu kommt der ÖH-Beitrag, der laut Study Guide derzeit 24,70 Euro beträgt. Stipendien und Studienförderungen gibt es für FH-Studierende genauso wie für Studierende an Universitäten.
An der HWG Wien läuft es nach der Zusage so ab: Du erhältst einige Tage später den Ausbildungsvertrag und die Informationen zur Überweisung. Dein Studienplatz ist fixiert, wenn du den unterschriebenen Vertrag hochgeladen und die Gebühr fristgerecht überwiesen hast. Dafür hast du 14 Tage Zeit.
Fristen und Bewerbung
Die Fristen unterscheiden sich je nach Hochschule, deshalb lohnt der Blick auf die jeweilige Website. Einige Beispiele:
- Die HWG Wien nimmt Bewerbungen für Personen aus der EU und dem EWR vom 1. Oktober bis 15. Mai entgegen, für Personen von außerhalb vom 1. Oktober bis 31. März.
- Die Fachhochschule Wiener Neustadt schreibt, dass für viele Studiengänge eine Bewerbung für das Wintersemester 2026 auch noch im Sommer möglich war. Welche Plätze frei sind und wie das Aufnahmeverfahren läuft, hängt vom einzelnen Studiengang ab.
- Bei Universitäten ist für einen Start im Wintersemester vielerorts der 1. September der Stichtag für den Zulassungsantrag, mit Nachfrist bis 30. November. Für das Sommersemester ist es oft der 1. Februar, mit Nachfrist bis 30. April.
Für das Sommersemester 2027 kann an vielen Universitäten also noch ein Antrag gestellt werden. Prüfe das für deine Wunschhochschule direkt bei der Studienabteilung.
Wie du eine Richtung findest
Die Frage Uni oder FH beantwortet sich leichter, wenn du weißt, welches Fach dich überhaupt anspricht. Im kostenlosen Fragebogen von whatshouldistudy vergleichst du deine Interessen mit 80 Studienfeldern und bekommst passende Studiengänge in einer Liste. Danach kannst du bei den einzelnen Programmen nachsehen, ob sie an einer Uni, einer FH oder einer Pädagogischen Hochschule angeboten werden. Wenn dich zum Beispiel das Lehramt reizt, findest du dazu mehr unter Bildung.
Die Zahlen von Statistik Austria beschreiben, was bisher gewählt wurde, und sagen nichts darüber, was zu dir passt. Ein Studienfach mit wachsenden Zahlen kann trotzdem das falsche für dich sein, und ein kleineres kann genau stimmen.
Fächer in diesem Artikel
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Zum FragebogenQuellen
- Österreich: So viele Studierende wie nie zuvor - science.ORF.at
- Zahl der Studierenden wieder gestiegen - news.ORF.at
- (Fach)Hochschule oder Uni: Das sind die Unterschiede - Study Guide
- Bewerbungsfrist Studium 2026: Jetzt noch bewerben? | FHWN
- Bewerbung und Aufnahme zum Studium - HWG Wien
- Studieren in Österreich | heißt das Gute ganz nah!
- Österreich: Studien Universitäten Fächer 2024/25| Statista
- Österreich - Studienabschlüsse Universitäten 2023| Statista
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